Cookie Einstellungen

Wir verwenden auf dieser Website mehrere Arten von Cookies, um Ihnen ein optimales Online-Erlebnis zu ermöglichen, die Nutzerfreundlichkeit unseres Portals zu erhöhen und unsere Kommunikation mit Ihnen stetig zu verbessern. Sie können entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten und welche nicht (mehr dazu unter „Individuelle Einstellung“).
Name Verwendung Laufzeit
privacylayerStatusvereinbarung Cookie-Hinweis1 Jahr
Name Verwendung Laufzeit
_gaGoogle Analytics2 Jahre
_gidGoogle Analytics1 Tag
_gatGoogle Analytics1 Minute
_galiGoogle Analytics30 Sekunden
09.05.2021

Chemnitz 2025 – Nur mit Jahnsdorf/Erzgebirge

Die Gemeinde Jahnsdorf/Erzgeb. hat die Bewerbung der Stadt Chemnitz zur europäischen Kulturhauptstadt 2025 von Beginn an unterstützt und gemeinsam mit vielen anderen Kommunen den Begriff der Kulturregion ausgefüllt. Als der Titelgewinn im Herbst 2020 feststand, war die Freude bei den Verantwortlichen groß. Alle Beteiligten sehen eine große Chance für die Region. Zur Unterstützung des Gesamtprojektes wurde der Förderverein „FreundInnen der europäischen Kulturregion Chemnitz 2025 e. V. gegründet“. Diesem Verein ist auch die Gemeinde Jahnsdorf nach einer entsprechenden Beschlussfassung im Gemeinderat beigetreten. Die Vereinsgründung war notwendig, um die Kräfte der Gesamtregion mit ihren 29 beteiligten Kommunen zu bündeln, vereint aufzutreten und so den Umlandgemeinden ein stärkeres Gewicht in der Zusammenarbeit mit der Stadt Chemnitz zu verleihen. Der Verein unterstützt insbesondere Initiativen und Projekte zur Vorbereitung, Entwicklung, Durchführung und Nachbereitung der europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 im Umland von Chemnitz.

Ein Bestandteil ist, die inhaltliche Weiterentwicklung des Kunstweges „Purple Path“ voranzutreiben und lokale Besonderheiten aus den Gemeinden der Kulturregion Chemnitz einzuarbeiten. Warum der Name „Purple Path“? Ursprünglich war geplant, den Weg als „Erzgebirgskunstweg“ zu bezeichnen. Dies wäre allerdings den beteiligten Gemeinden aus Mittelsachsen und dem Landkreis Zwickau nicht gerecht geworden. Zudem wäre es auch international schwerer zu verstehen gewesen. Die liturgische Farbe Violett (purple) wird in den Religionen sowohl in der Passionszeit wie im Advent eingesetzt. Lila steht in der Passion für Trauer, Leiden, Reflektion, Empathie, Besinnung und im Advent für Licht, Aufbruch, Freude auf das Kommende. Die Farbe Lila steht für Mystik, die wir in den vielen alten Sagen und Märchen aus dem Miriquidi kennen. Nicht zuletzt der Sympathieträger des Erzgebirges, der vitale Fußballverein FC Erzgebirge Aue, trägt stolz die Farbe Lila. Viele gute Gründe also, um den modernen Namen „Purple Path“ für ein neues Projekt zu vergeben.

Für die Gemeinde Jahnsdorf bietet sich als „Flächenstaat“ in dem Zusammenhang das Aufgreifen der alten Handelsrouten/Verbindungsachsen an, die den Ort einst tangierten und es zum Teil bis heute tun. Neben der Sächsischen Kohlestraße, der Fürstenstraße der Wettiner, dem Jakobsweg und dem Eisenweg kann diese Verflechtung nun sinnvoll um den Purple Path erweitert werden. Damit könnte für Jahnsdorf das übergeordnete Thema „VIER DÖRFER AN FÜNF WEGEN“ lauten.

Zwischenzeitlich haben die ersten Arbeitstreffen im Rathaus stattgefunden. Dabei wurden auch Teilnehmer per Video zugeschaltet. Schnell wurde klar, dass umtriebige Ortsansässige viele gute Ideen einbringen können. Da war unter anderem von einem Weihnachtsmarkt im Sommer, von einem Steinbackofen, einer großangelegten Töpferaktion, einem Camp für Kinder, musikalischen Veranstaltungen und einem Symposium für Holz- und Steinkünstler die Rede. Es soll auch darum gehen, viele Dinge im Ort, die bisher kaum sichtbar sind, sichtbar zu machen und diese „kleinen Schätze“ zu heben. Zwei Projekte heben sich dabei besonders ab. Zum einen soll das vom Heimatverein Jahnsdorf schon lange in den Blick genommene ehemalige Restaurant „Zur Post“ eingebunden werden. Der Charme der „goldenen Zwanziger“ ist in den Räumlichkeiten immer noch vorhanden und könnte auch gänzlich wiederhergestellt werden. Zentral im Ort gelegen, ist das altehrwürdige Gebäude ein mustergültiges Beispiel dafür, dass der fleißige Erzgebirger nicht nur arbeiten konnte, sondern auch gepflegt einzukehren wusste. Darüber hinaus kann der Ansatz „DDR-Typenbau-Turnhalle wird zum modernen Lese-Café“ verfolgt werden. Wenn am sog. Schulcampus in Leukersdorf die neue Zweifeld-Turnhalle gebaut ist, braucht es eine sinnvolle Nachnutzung der alten Halle. Da gerade im Lichte der Corona-Pandemie die Bibliotheken an Bedeutung gewonnen haben, wäre es ein sinnvoller Ansatz, die Turnhalle zum Lese-Café umzubauen und einen Ort für Begegnungen zu schaffen. Unmittelbar am Schulcampus gelegen, würden sich hier die vielfältigsten Formate anbieten, die vom Mundartabend über musikalische Lesungen und medizinische Vorträge bis zu Veranstaltungen mit direktem Bezug zur Natur reichen könnten.

Zunächst muss dieser bunte Strauß an Ideen in ein Konzept gegossen werden. Mit einem gut durchdachten Konzept, einer überzeugenden Argumentationslinie und einem beherzten Auftritt könnte die kulturelle Infrastruktur in der Gemeinde Jahnsdorf bereichert werden. Und auch wenn sich schlussendlich nur einige Projekte umsetzen lassen, hat sich die eingesetzte Energie und Mühe gelohnt. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass die Einwohner der Gemeinde Jahnsdorf nach den vielen Einschränkungen der letzten Monate einen gewissen Nachholbedarf an kulturellen Veranstaltungen haben werden und wir diesem „Heißhunger“ gerade auch mit Aktionen am PURPLE PATH offensiv vom Steinbackofen bis zum musikalischen Highlight begegnen sollten.