Stellungnahme zum Messerangriff am 11.08.2017 in Jahnsdorf

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Mit Entsetzen musste ich die Nachricht entgegennehmen, dass am 11. August gegen 10:00 Uhr in der Nähe des Feuerwehrgebäudes im Ortsteil Jahnsdorf eine 18 jährige Bürgerin aus unserem Ort von einem jungen Mann, mutmaßlich ausländischer Herkunft mit einem Messer bedroht und in der Folge auch leicht verletzt wurde. Glücklicherweise konnte das Opfer schnell und beherzt reagieren, sich vom Angreifer befreien und fliehen. In der Folge wurde dann die Polizei informiert, welche bis heute noch in diesem Fall ermittelt und nach Zeugen und Hinweisen sucht, um den Angreifer ausfindig zu machen.

 

Im Laufe der ersten Ermittlungen konnte schnell festgestellt werden, dass es sich beim Täter um einen circa 20-25 Jahre alten Mann handelt, welcher während des Überfalls gebrochen deutsch gesprochen hat. Auffällig bei dem Gesuchten sind weiterhin seine Zahnspange, wahrscheinlich mit Brackets und sein bräunlicher Teint. Diese zwei Merkmale sollten eigentlich schnell zur Ergreifung des Täters führen. Mein aktueller Kenntnisstand, welchen ich auf Nachfrage bei der Polizeidienststelle erhalten habe, unterscheidet sich bedauerlicherweise nicht von den Informationen der Presse der letzten Woche. Heißt konkret: Der durch einen Bürgerhinweis festgestellte mutmaßliche Tatverdächtige konnte nicht überführt werden. Daher halten die Ermittlungen noch an - deshalb auch die Veröffentlichung des Phantombildes. Dies ist auch für mich in höchstem Maße unbefriedigend, weshalb ich bemüht bin, die Ermittlungen bestmöglich zu unterstützen.

Ich selbst habe unmittelbar am Tag nach dem Angriff die Geschädigte aufgesucht, um Ihr und der Familie Hilfe anzubieten und zu zeigen, dass sie auf mich zukommen können. Allerdings stellte sich im Gespräch auch heraus, dass die Geschädigte und ihre Familie schon genug an der Last des eigentlichen Vorfalls zu tragen haben und eine öffentliche Diskussion dazu eine zusätzliche Belastung darstellen würde. Insofern kann ich nur um Verständnis bitten, wenn ich aus Rücksicht auf diese Bitte auch die Diskussion nicht in der von jedem gewünschten Tiefe führen kann.

Außerdem vertrete ich persönlich auch die Auffassung, dass wir als Gemeinde ohne Zweifel verpflichtet sind, im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Gesetzmäßigkeiten für Ordnung und Sicherheit im Gemeindegebiet aufzukommen. Dabei bin ich für entsprechende Vorschläge, welche dem Allgemeinwohl dienen und mit dem geltenden Recht vereinbar sind, durchaus auch dankbar. Ein Auskosten zur politischen Meinungsbildung steht den einzelnen Parteien, Gruppierungen oder Akteuren zwar zu, jedoch wird dies durch die Gemeinde und im Rahmen der gemeindlichen Informationen oder Veranstaltungen nicht stattfinden.

Dieser Angriff ist ganz eindeutig ohne wenn und aber zu verurteilen. Auch für mich ist es – wie für viele Eltern aus unserem Ort – schockierend, feststellen zu müssen, wie nahe die tägliche Bedrohung an unser Leben herangerückt ist. Trotzdem und deshalb auch umso mehr, ist es mir wichtig, dass ich als Bürgermeister mit Ihnen gemeinsam weiter intensiv zusammenarbeite, um unsere Gemeinde als sichere und liebenswerte Heimat zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Besonders aber möchte ich der Geschädigten schnelle Genesung und ihrer Familie viel Kraft wünschen.

 

Ihr

Albrecht Spindler

Bürgermeister der Gemeinde Jahnsdorf