Auszüge aus der Chronik von Leukersdorf

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Die erste nachweisbare urkundliche Erwähnung des OT Leukersdorf erfolgte 1442 als „Lutigerstorff“. Im Jahre 1100 standen in Leukersdorf aber bereits 4 Mühlen und es wurde eine Segeltuchweberei betrieben. Die Kirche des Ortes entstand um 1300, der Flügelaltar von Peter Breuer der Kirche entstand 1519. Es gab im Laufe der Jahre verschiedene Schreibweisen für Leukersdorf, um 1460- Leutigerstorf, 1476- Lückerßdorff, 1551- Leugkersdorf, 1818- Leuckersdorf. Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 – 1648 wurde Leukersdorf bis auf eine Schlacht am 14. April 1639 aufgrund seiner Abgeschiedenheit- es gab noch keine Landstraße und der Ort war vollständig von Wald umgeben, von den Kriegstruppen nicht bemerkt. Das Jahr 1771 ist als „Hungerjahr“ in die Geschichte von Leukersdorf eingegangen. 1778 bestand Leukersdorf aus zwei politischen Gemeinden- Leukersdorf Amtsteil und Leukersdorf Rittergutsanteil. Zum Rittergutsanteil gehörten die Alte und die Neue Gasse sowie die Häuser Nr. 40 und 43 (heute Hauptstraße 51 und 54), die sogenannte Obermühle in Pfaffenhain und das Rittergut selbst. Alles übrige gehörte zu Leukersdorf Amtsteil. Am 25. Februar 1839 wurde der erste Gemeinderat in Leukersdorf Rittergutsanteil gewählt. Und am 2. April 1839 wurde der erste Gemeinderat in Leukersdorf Amtsteil gewählt.
Am 9. Januar 1852 gab es in Leukersdorf einen Mordfall. Der in der Ortslistennummer 102 (heute Hauptstraße 120) wohnhafte Strumpfwirker Christian Friedrich Fischer hatte mit Wilhelmine Schindler ein uneheliches Kind gezeugt und dieses mit Salpetersäure vergiftet, da er die Alimente nicht zahlen und die Frau nicht heiraten wollte. Am 6. Januar 1853 wurde er dafür durch das Fallschwert geköpft. Im Deutsch- Französischen Krieg von 1870 nahmen 32 Leukersdorfer Soldaten teil. 1871 wurden aus Anlass der Beendigung des Krieges auch in Leukersdorf eine Friedensfeier abgehalten. Dabei wurde eine Friedenseiche gepflanzt, die noch heute am Aufgang zum Friedhof steht. Im Jahr 1874 gab es fünf Strumpffaktoren, für welche die Strumpfwirker des Ortes arbeiteten.
Im Ersten Weltkrieg wurden bis Ende 1914 aus Leukersdorf 151 Männer an die Front eingezogen.
Anfang 1917 wurde ein Ernährungsausschuss gebildet, der Max Selbmann mit der Funktion eines Lebensmittelverteilers betraute. Am 9. November 1918 wurde morgens im Ort bekannt, dass die Revolution ausgebrochen war. Infolgedessen fand am 14. November 1918 die Wahl eines Arbeiterrates statt, welcher das Recht besaß, an Gemeinderatssitzungen teilzunehmen. Zum Gedenken an die während des Ersten Weltkrieges gefallenen Einwohner wurde ein Denkmal errichtet. Es steht noch heute auf dem Leukersdorfer Friedhof, zwischen den beiden Eingangstoren. Am 31. August 1930 fand die Schuleinweihung der Leukersdorfer Schule statt, welche im Jahr 2004 geschlossen wurde. In den ersten Märztagen 1945 nahm Leukersdorf 60 Familien aus Chemnitz auf, welches zu einem großen Teil durch Bomben zerstört worden war. Dazu kam noch eine große Zahl an Flüchtlingen und Umsiedlern.
Im Ort selbst wurden durch Bombeneinschläge das Haus des Fleischermeisters Paul Hösel (heute Neue Gasse 1), das Gebäude des Landwirtes Willy Bauer (heute Hauptstraße 71), das Dach der Kirche sowie viele Fensterscheiben zerstört. Am 1. Mai 1954 wurde die LPG „Neues Leben“ mit 119 ha Land gegründet. Am 1. Juli 1950 wurde Seifersdorf und am 1. Januar 1974 Pfaffenhain nach Leukersdorf eingemeindet. 1958 wurde das neue Sportlerheim fertiggestellt und eingeweiht. 1971 wurde der Kindergarten Leukersdorf eingeweiht. 1999 wurden die Orte Leukersdorf, Seifersdorf und Pfaffenhain im Zuge der Gemeindegebietsreform als Ortsteile der Gemeinde Jahnsdorf zugeordnet.